Ausfall von Gesellschafterdarlehen / Rangrücktritt

Sehr geehrte Damen und Herren,

durch Corona haben viele Unternehmen hohe Verluste verzeichnet. So kann es sinnvoll sein, verlustreduzierende Maßnahmen im Hinblick auf Darlehen von Gesellschaftern an die Kapitalgesellschaft, vorzunehmen.

Für Darlehen von Gesellschaftern können Rangrücktrittsvereinbarungen geschlossen werden. Die Rangrücktrittsvereinbarung sieht dann vor, dass die betroffenen Darlehen nur noch mit künftigen Jahresüberschüssen zu bedienen sind und eine Tilgung aus freiem Vermögen nicht möglich ist. Eine solche Vereinbarung sieht eine steuerliche Ausbuchung der Verbindlichkeit vor. Der daraus resultierende Ertrag in Höhe des nicht werthaltigen Teils ist nicht zu versteuern, weil er mit dem laufenden Verlust des Jahres 2020 verrechnet wird. Wenn sich die Bedingungen später verbessern und der Rangrücktritt nicht mehr notwendig ist, kann die Verbindlichkeit erneut als laufender Aufwand eingebucht werden.

Darlehensverluste sowie Ausfälle von Bürgschaftsregressforderungen und vergleichbaren Forderungen können zu nachträglichen Anschaffungskosten führen, wenn die Hingabe oder das Stehenlassen des Darlehens während der Krise gesellschaftsrechtlich veranlasst war. Noch nicht geklärt ist, bis zu welcher Höhe Anschaffungskosten angesetzt werden können.

Aus diesem Beispiel sieht man, dass durch wirtschaftlich sinnvolle Vereinbarungen zum Rangrücktritt neben insolvenzrechtlichen Vergünstigungen auch steuerliche Vorteile generiert werden können.

Bei Fragen sprechen Sie uns bitte an.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Mario Fuhs
Steuerberater

gez. i.A. Carolin Lutz
Industriekauffrau

Finden Sie das Schreiben hier auch im PDF-Format zum Download.