Verdienstausfall während Quarantäne

Nach einer Eilverordnung des Bundesgesundheitsministers reicht der bloße Verdacht auf eine Covid-19-Erkrankung aus, die Meldepflicht ans Gesundheitsamt auszulösen. Eine dann angeordnete Quarantäne des Mitarbeiters zieht dann den Arbeitsausfall des Mitarbeiters und möglicherweise auch noch den der Kollegen nach sich. Damit tritt der Sonderfall ein. Der oder die Kollegen sind nicht krank, aber sie stehen auch nicht mehr für die Arbeit zur Verfügung.
Die gesetzlichen Regelungen sehen vor, dass die Behörde den Lohnausfall erstatten muss. Gemäß IfSG ist der Arbeitgeber aber zunächst verpflichtet, das Gehalt bis zu sechs Wochen weiterzuzahlen. Der Arbeitgeber kann sich den weiterbezahlten Lohn von der Behörde erstatten lassen, die die Quarantäne angeordnet hat.
Wichtig: Der Erstattungsanspruch muss spätestens innerhalb von drei Monaten nach Beendigung beim Gesundheitsamt geltend gemacht werden.
Auch Selbstständige können gegen die zuständige Behörde ihren Verdienstausfall geltend machen. Dieser Anspruch gilt für höchstens sechs Wochen und muss auch mit einer Frist von drei Monaten bei der Behörde angezeigt werden.
Dauert die Quarantäne länger als sechs Wochen, müssen Sie keinen Verdienstausfall mehr bezahlen. Vom Beginn der siebten Woche an wird eine Entschädigung in Höhe des Krankengeldes gezahlt.
Das Gesetz sieht keine weiteren Entschädigungen vor.
Weitere Informationen finden Sie über die Praxisinfos vom Virchowbund: https://tinyurl.com/y4g9wlq4