Coronakrise – praktische steuerliche Hilfen im Überblick

Die Folgen der Corona-Krise sind noch nicht absehbar. Bundes- und Landesregierungen haben sich aber in bisher nicht gekannter Weise für Hilfsprogramme jeder Art stark gemacht und die ersten Maßnahmen wie das Sofortprogramm für Selbstständige und kleine Unternehmen verlief vorbildlich unbürokratisch.
Trotz breiter Hilfsangebote bedarf es in jedem einzelnen Fall einer persönlichen Prüfung. Das Recht der Vermieter, Miet- und Pachtverhältnisse wegen Zahlungsrückständen zu kündigen, wird zwar für einen begrenzten Zeitraum eingeschränkt. Aber die Miete wegen Einnahmeausfällen ohne Vereinbarung mit dem Vermieter einfach nicht zu zahlen, kann teuer werden.
Unangenehme Folgen kann es auch für Unternehmen geben, wenn Soforthilfen in Anspruch genommen werden, aber gar keine wirtschaftlichen Ausfälle gegeben sind.
Steuerzahlungen, Stundung und Steuervorauszahlungen
Anträge auf Stundung von fälligen oder fällig werdenden Steuern sowie Anträge auf Anpassung der Vorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer können gestellt werden. Aber es sind im übertragenen Sinne nur zinslos gewährte Kredite, die irgendwann fällig werden. Auch hierzu sollte eine Überprüfung vor Antragstellung erfolgen, um glaubhaft darzustellen, wie weit das Unternehmen von der Krise betroffen ist.
Wenn für die Einkommensteuervorauszahlung ein zu hoher Gewinn zugrunde gelegt wurde, kann auch ein Antrag auf eine rückwirkende Herabsetzung der Einkommensvorauszahlungen gestellt werden, was zu einer Rückzahlung bereits geleisteter ESt-Vorauszahlungen führen kann.
Lohnsteuerzahlungen können vom Arbeitgeber nicht gestundet werden. Denn Steuerschuldner ist der Arbeitnehmer. Der Arbeitgeber errechnet die Steuerlast nur und muss sie abführen.
Ein Verbot der Stundung gibt es ebenso bei Kapitalertragsteuer und Bauabzugsteuer.
Gewerbesteuer
Den Anspruch auf die Gewerbesteuer haben Städte und Kommunen. Hier müssen gesonderte Anträge auf Stundung gestellt werden. Die Vollstreckung von Steuern soll während der Corona-Krise ausgesetzt werden, Säumniszuschläge für den Zeitraum zwischen dem 19. März 2020 und dem 31. Dezember 2020 sollen erlassen werden.