Körperschaftsteuer – Betriebsausgabenabzug einer GmbH aus Scheinrechnungen

Macht eine GmbH Betriebsausgaben im Zusammenhang mit Subunternehmerrechnungen geltend, bedarf es des Nachweises, dass den Rechnungen ein tatsächlicher Leistungsaustausch zugrunde liegt, anderenfalls ist von einer gesellschaftsrechtlichen Veranlassung auszugehen und der entsprechende Abzugsbetrag als verdeckte Gewinnausschüttung (vGA) außerbilanziell zu korrigieren.
Die grundsätzlich die Finanzbehörde treffende Feststellungslast für das Vorliegen einer vGA tritt hinter die vorrangige Frage nach der betrieblichen Veranlassung des geltend gemachten Aufwandes zurück. Ist gänzlich ungewiss, ob der/dem Steuerpflichtigen tatsächlich für erlangte Fremdleistungen Aufwand entstanden ist, weil beispielsweise vom Finanzamt anerkannte Rechnungen über Subunternehmerleistungen für dasselbe Bauvorhaben vorliegen, kommt auch eine Schätzung von zusätzlichem Personalaufwand nicht in Betracht.
Der Fall: Streitig war die steuerliche Abzugsfähigkeit von Subunternehmerrechnungen. Während einer Betriebsprüfung für die Streitjahre 2011 bis 2013 beanstandete der Prüfer den Betriebsausgabenabzug hinsichtlich Eingangsrechnungen von vier Gesellschaften. Bei sämtlichen Gesellschaften ging er davon aus, dass keine Bauleistungen für die GmbH erbracht worden waren und dementsprechend auch keine Zahlungen erfolgt seien, sondern die Gesellschaften als sogenannte Serviceunternehmen zu qualifizieren waren, die lediglich Abdeckrechnungen erstellt hatten.
Quelle: FG Hamburg 2 K 111/17