Konjunkturpaket – Modernisierung des Körperschaftsteuerrechts mit Optionsmodell für Personengesellschaften

Damit Deutschland gestärkt aus der Corona-Krise hervorgeht und langfristig erfolgreich ist, hat die Koalitionsregierung ein vielfältiges Konjunktur- und Krisenbewältigungspaket aufgesetzt. Unter den zahlreichen Punkten, die insbesondere von der Umsatzsteuersenkung überdeckt wurden, wird der Punkt „Modernisierung des Körperschaftsteuerrechts mit Optionsmodell für Personengesellschaften“ nur mit diesem Satz erwähnt: „Um die Wettbewerbsbedingungen für Unternehmen zu verbessern, wird das Körperschaftsteuerrecht modernisiert: u. a. durch ein Optionsmodell zur Körperschaftsteuer für Personengesellschaften und die Anhebung des Ermäßigungsfaktors bei Einkünften aus Gewerbebetrieb auf das Vierfache des Gewerbesteuer-Messbetrags.“
Wie kann man das in der Praxis am besten erklären?
Bei Personengesellschaften erfolgt die Besteuerung des Gewinns bisher in der Regel auf der persönlichen Ebene der Gesellschafter. Das bedeutet, der Gesellschafter einer Personengesellschaft unterliegt mit seinen Einkünften der Einkommensteuer. Dagegen wird die Gewerbesteuer bei der Personengesellschaft erhoben. Sie wird dann anschließend bis zu einem Hebesatz von 380 % auf die Einkommensteuer der Gesellschafter angerechnet.
Im Konjunkturpaket hat die Regierung nun ein Optionsmodell mit Wahlrecht zum Angebot gemacht.
Option 1
Die Personengesellschaft wird steuerlich wie eine Kapitalgesellschaft behandelt und zahlt zusätzlich zur Gewerbesteuer 15 % Körperschaftsteuer. Dabei entfällt die Einkommensteuer bei den Gesellschaftern.
Option 2
Liegt der Gewerbesteuerhebesatz in einer Stadt/Gemeinde über 380 %, lohnt sich möglicherweise die Ausübung dieser Option. Denn dabei wird die Deckelung von 380 % bei der Anrechnung der Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer auf 400 % erhöht.
Quelle: BMWi