Spenden sammeln über Affiliate-Systeme

Ein Affiliate-System nutzt Mittelsmänner, die Produkte empfehlen und bei Abschluss eines Kaufes eine Provision erhalten. Der Kunde muss hierbei nicht mehr bezahlen, sondern der Verkäufer gibt einen Teil seiner Einnahmen an den Affiliate-Partner ab.

Im Online-Marketing gibt es diese Systeme schon länger, jetzt werden sie auch vermehrt zur Sammlung von Spenden genutzt. Hierbei gibt es mehr Beteiligte, als im klassischen Affiliate-Marketing:

• Die teilnehmenden gemeinnützigen Körperschaften (Empfängerkörperschaften)
• Die teilnehmenden Internet-Shops
• Den Webseitenbetreiber (Förderkörperschaft), der beide listet und das System stellt
• Der Nutzer, der bei seinem Einkauf spenden möchte

Der Nutzer wählt auf der Webseite aus, für welche Körperschaft er spenden und in welchem Internetshop er kaufen möchte. Nach seinem Kauf erhält die Förderkörperschaft den zuvor vereinbarten Prozentsatz an Provision auf den Einkauf des Kunden. Diese Gelder leitet es an die ausgewählte Empfängerkörperschaft weiter.

Kauft der Kunde also für 100 Euro ein und der Satz beträgt 10%, behält der Verkäufer 90 Euro und schreibt dem Webseitebetreiber 10 Euro gut. Dieser überweist die 10 Euro an die ausgewählte Körperschaft.

Das System funktioniert einfach, die Besteuerung gestaltet sich als etwas komplizierter.

So ist der Anbieter der Webseite (Förderkörperschaft) nicht zwingend von der Steuer befreit, denn das Betreiben einer Internetplattform ist an sich gesehen kein gemeinnütziger Zweck. Leitet er jedoch alle Einnahmen aus der Provision zur Verwendung für satzungsmäßige Zwecke an die Empfängerkörperschaften weiter, ist das Ausschließlichkeitsgebot als erfüllt anzusehen.

Für die Empfängerkörperschaft liegt kein steuerpflichtiger wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb vor, wenn sie dem Vertriebspartner (der Förderkörperschaft) ihren Vereinsnamen und das Logo zu Werbezwecken überlässt, ohne selbst weiter zu werben. Verlinken sie jedoch z.B. auf die Internetseiten der Vertriebsportale, wirken sie aktiv mit und es entsteht ein steuerpflichtiger wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb.

Auch die Zuwendungsbestätigungen (Spendenquittungen) sind bei diesem Spendenmodell nicht einsetzbar. Es liegt weder eine Zuwendung von der Förderkörperschaft an die Empfängerkörperschaften vor (das Geld wird nur weitergeleitet), noch spendet der Nutzer von seinem eigenen Geld. Die Spende zahlt der Verkäufer, allerdings werden die Zahlungen aus Provisionen nicht als Spenden, sondern als Betriebsausgaben gewertet.

Auch wenn die komplexen Strukturen von Affiliate-Systemen Fragen aufwerfen, sind sie für das Sammeln von Spenden anwendbar und eröffnen Förderkörperschaften neue Möglichkeiten.