Steuerbare Mitgliedsbeiträge für Verbände

Der Bundesfinanzhof legte vor einer Weile fest, dass der Vorsteuerabzug für Mitgliedsbeträge nicht möglich ist. Als Grund wurde ein fehlender Leistungsaustausch angegeben. Die typischen Leistungen eines Berufsverbands seien nicht den einzelnen Mitgliedern anzurechnen.

Eine europäische wirtschaftliche Interessenvereinigung ging gegen diese Auffassung vor und das Finanzgericht gab ihr Recht.

Laut dem Finanzgericht (Urteil vom 11.04.2019) sind gezielte Leistungserbringungen für das einzelne Mitglied keine Bedingung für die Versteuerung von Mitgliedsbeiträgen. Das bedeutet, dass auch Tätigkeiten, die im Gesamtinteresse aller branchenzugehörigen Mitglieder vollbracht werden, als steuerbar anzusehen sind.

Dabei ist es unerheblich, ob sich die Zahlungen der Mitglieder am Umfang der Inanspruchnahme der Leistungen orientieren, oder an der Höhe der Beteiligung. Es genügt stattdessen, dass den Mitgliedern als Gegenleistung für ihre Beiträge das Leistungsangebot zur Verfügung gestellt wird.

Allerdings gibt es eine Einschränkung: Wenn ein Verband neben den Leistungen an die Mitglieder auch allgemeine Aufgaben im Bereich der Interessenvertretung für die Branche übernimmt, sind seine Leistungen nicht vollkommen steuerbar.

Gerne unterstützen wir Sie bei der steuerlichen Einordnung der Mitgliedsbeiträge.